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Grün???
natürlich möchte auch ich, dass sich unsere
gute alte Erde noch möglichst lange problemlos ohne Ächzen dreht. „Grün“ ist
deshalb für mich schon seit Jahren ein sehr wichtiges persönliches Anliegen.
Mit dem grünen Parteilogo hingegen habe ich selbst weniger zu tun. Wobei ich
damit keineswegs sagen möchte, dass Ökologie nicht eine starke Lobby in der
Politik braucht. Ganz im Gegenteil.
Früher rüttelte vorwiegend die ungestüme „Müsli-Jugend“ an den Toren zu den Atomkraftwerke und den großen Dreckschleudern unserer Industrie. Das hat sich geändert. Inzwischen hat die „Müsli-Power“ unerwartet Verbündete bekommen. „Heute halten Manager in Nadelstreifen auf Kongressen aufrüttelnde Mahnreden zur Rettung des Planeten“, merkt Matthias Horx in seinem Magazin „Zukunftsletter“ an. Kein Firmenbericht ohne Nachhaltigkeits-Beschwörung. Die größten Konzerne überbieten sich geradezu mit ihren grünen Gelöbnissen. Coca-Cola initiiert zum Beispiel Wasserprojekte mit dem WWF in Indien; C&A bietet Kleidung aus Bio-Baumwolle an. Wer einen Flug über eine Webseite bucht, bekommt für 7,50 Euro ein „CO2-Kompensations-Zertifikat“. Das soll alle Vielflieger beruhigen. Überall „Greenwashing“. Nicht nur Raucher, sondern auch Alkoholiker werden in den Dienst für die Umwelt eingespannt. Wer zum Beispiel einen bestimmten Kasten Bier leer trinkt, würde damit zugleich dem Regenwald helfen, verspricht man. Ja, es grünt so grün … auch in der Politik. Die Christdemokraten, die 1978 ihren damals einzigen „Grünen“ von internationalem Rang, Herbert Gruhl („Ein Planet wird geplündert“), aus ihrer Bundestagsfraktion praktisch hinausgegr(a)ult hatten, schreiben heute ihr Programm „mit grüner Tinte um“ (Horx). So ist das nun mal mit den jeweils aktuellen Modefarben. Man bekommt temporär augenscheinlich nichts anderes mehr. In den 50er und 60er Jahren zwangen die Waschmittelhersteller das „Weiß“ in unsere Köpfe und „Grau raus“. Jetzt bekommen wir ambitioniert „Grün“ eingebläut. Zukunftsforscher Horx sieht uns bereits mitten in einem „grünem Ablasshandel“, ähnlich wie im Mittelalter, als sich arme Sünder mit Geld vom Fegefeuer freikaufen konnten. Es wird für uns mithin immer schwerer zu unterscheiden, was an „Grün“ wirklich Programm und was lediglich „Angst-Abzocke“ (Horx) ist. Wenn ich persönlich „Grün“ höre, flimmert es mir schon vor Augen. Ist das Zufall oder gezielte Absicht? Ich sehe in dieser Hinsicht eher Schwarz; manchmal auch Dunkelrot. Denn es ist ein alter Trick, durch inflationäre Überreizung die Menschen „blind“ für die wirklichen Probleme zu machen. |
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