OpenOffice
zukünftig nur noch unter der LGPL-Lizenz
Schon länger kursieren in der OpenOffice.org-Community Gerüchte,
dass Sun seine Lizenzpolitik ändern möchte – jetzt ist es offiziell. In einem Statement veröffentlichte Sun
nun am 02.09.2005, dass OpenOffice.org zukünftig nur noch unter der GNU LGPL-Lizenz stehen wird.
Angemerkt sei dabei aber, dass die derzeitige OpenOffice.org-Version – auch die aktuell verfügbare
Beta-Version – noch immer unter dem Lizenzmix aus der GNU LGPL-Lizenz und den Sun-eigenen Lizenzen steht.
Als Gründe für diesen Schritt gibt Sun an, die Arbeit der Entwickler und kommerziellen Vertreiber durch
einfache und klare Lizenzen zu erleichtern. Für Sie, als Endanwender, hat dies aber keine Auswirkungen – Sie
können OpenOffice.org nach wie vor und auch zukünftig Nutzen, Kopieren, Verschenken und Weitergeben wie Sie
möchten.
PDF-Dateien erstellen: Seitenumbruch, Grafiken und
Druckvorstufe
Die Erstellung von PDF-Dateien ist mit OpenOffice.org und
StarOffice einfach: Sie laden einfach ein Dokument und exportieren dieses über den Menübefehl „Datei/Exportieren
als PDF“ ins PDF-Format. Ein paar Dinge müssen Sie beim PDF-Export dennoch berücksichtigen, damit das
Ergebnis auch so aussieht, wie Sie sich es vorstellen. Übrigens: Dank der Import-Filter können Sie auf diese
Weise auch Ihre Microsoft Office-Dokumente in PDF-Dokumente verwandeln.
Textdokumente
Bei Textdokumenten ist das Formatieren der Seitenmaße der
späteren PDF-Datei simpel: Die PDF-Datei wird dieselben Seitenmaße wie das Quelltextdokument besitzen. Auch
die restlichen Formateigenschaften des Textdokumentes werden Eins zu Eins auf die PDF-Datei übertragen:
Seitenumbruch, Schriften, Grafiken und alle weiteren Layoutelemente werden übernommen. Daher können Sie die
Seitenmaße der späteren PDF-Datei im Writer wie folgt festlegen.
Aktivieren Sie über das Menü „Ansicht/Drucklayout“
die Darstellung des Drucklayouts. Dies ist wichtig, da beim späteren PDF-Export das Drucklayout als
Quelldatei verwandt wird. Daher gilt: So, wie das Dokument in der Druckansicht dargestellt wird, wird es
später als PDF-Dokument aussehen.
Die Seitengröße selbst können Sie im Dialogfenster
„Seitenvorlage“ und dem dortigen Reiter „Seite“ ändern. Das Dialogfenster „Seitenvorlage“
können Sie über das Menü „Format/Seiteneinstellungen“ ein- und ausblenden.
Seiten- und Zeilenumbrüche können Sie über
den Menübefehl „Einfügen/Manueller Umbruch“ und dem dann erscheinenden Dialogfenster „Umbruch
einfügen“ einfügen.
Bei Grafiken spielt innerhalb aller Module
keine Rolle, ob diese ins Dokument eingefügt worden sind oder durch Verknüpfungen mit dem Dokument verlinkt
worden. Beim PDF-Export werden alle im Dokument vorhandenen Grafiken berücksichtigt.
Tabellendokumente
Bei Tabellendokumenten müssen Sie bezüglich Grafiken
und Layoutelemente dasselbe wie bei Textdokumenten beachten. Aber gegenüber Textdokumenten gibt es hier
dennoch Unterschiede. Bei Tabellendokumenten gibt es in der Standardansicht keinen „Seitenumbruch“, sondern
die Tabelle erstreckt sich über die komplette Benutzeroberfläche. Den Seitenumbruch können Sie aber wie folgt
aktivieren.
Aktivieren Sie über den
Menübefehl „Ansicht/Seitenumbruch-Vorschau“ die Vorschau des Seitenumbruchs.
Die Ansicht der Tabelle wird nun stark
verkleinert dargestellt. Die Seitenumbrüche selbst sind durch die blauen Linien gekennzeichnet. Um den
Seitenumbruch zu ändern, verschieben Sie die blauen Linien einfach mit der Maus.
Bevor Sie die Tabelle ins PDF-Format exportieren,
können Sie noch mittels der Seitenvorschau kontrollieren, ob die Formatierungen Ihren Wünschen entspricht.
Rufen Sie dazu den Menübefehl „Datei/Seitenansicht“ auf, mit der Sie zur Seitenansicht wechseln können bzw.
Diese verlassen können.
Innerhalb der Seitenansicht können Sie
über die Schaltflächen der Objektleiste „Seitenansicht“ zwischen den einzelnen Seiten wechseln oder die
Darstellung vergrößern. Die Objektleiste „Seitenansicht“ können Sie über das Menü „Ansicht/Symbolleisten“
ein- und ausblenden.
In der Seitenansicht sehen Sie, dass in
der Standardeinstellung jede Seite eine Kopfzeile mit dem Dateinamen und eine Fußzeile mit der Seitennummer
enthält, die Sie später auch im PDF-Dokument finden werden. Wenn Sie dies nicht möchten, so klicken Sie in
der Seitenansicht mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Dokuments.
Klicken Sie im erscheinenden Kontextmenü
auf den Eintrag „Seitenlayout“, um das Dialogfenster „Seitenvorlage“ zu öffnen.
Dort können Sie über die Reiter „Kopfzeile“ und
„Fußzeile“ die Seitenzahlen und Überschriften ein- oder ausblenden. Demarkieren Sie für das
Ausblenden die Option „Kopfzeile ausschalten“ bzw. „Fußzeile ausschalten“.
Zeichen- und Präsentationsdokumente
Die Vorbereitung von Zeichen- und Präsentationsdokumenten für
den PDF-Export gleichen sich fast und sind sehr ähnlich mit den Vorgaben für Textdokumente.
Nur bei Präsentationsdokumenten sollten Sie
über den Menübefehl „Ansicht/Normal“ die Präsentation in der Standardansicht darstellen; bei
Zeichendokumenten ist dies nicht notwendig.
Die Seitenabmessung des späteren PDF-Dokuments können
Sie bei beiden über den Menübefehl „Format/Seite“ vorgeben.
Dokumente ins PDF-Format exportieren
Die letzte Schritt – das Exportieren des aktuellen
Dokuments ins PDF-Format – funktioniert bei allen Dokumenttypen gleich.
Öffnen Sie über den Menübefehl
„Datei/Exportieren als PDF“ das Dialogfenster „Exportieren“ und wählen Sie Namen und Speicherort der zu
erstellenden PDF-Datei.
Nachdem Sie im Dialogfenster „Exportieren“
auf die Schaltfläche „Speichern“ geklickt haben, erscheint das Dialogfenster „PDF Optionen“
-- hier können Sie unter anderem vorgeben, welcher Bereich des Dokumentes und mit welcher Auflösung als
PDF-Datei erstellt werden soll.
Über die Auswahl „Bereich“ können Sie vorgeben, welche
Seiten im PDF-Dokument übernommen werden sollen. Möchten Sie alle Seiten übernehmen, so markieren Sie die
Option „Alle“. Sollen hingegen nur Teile des Dokuments übernommen werden, so markieren Sie die
Option „Seiten“. Geben Sie anschließend ins Eingabefeld die gewünschten Seiten ein. Sollen dies
mehrere einzelne Seiten sein, so geben Sie die Seitenzahlen getrennt durch Kommata ein. Sollen
beispielsweise nur die erste, siebte und zehnte Seite aufgenommen werden, so ist die Eingabe hier: 1,7,10.
Wenn Sie nur die zehnte bis zwanzigste Seite aufnehmen möchten, so ist die Eingabe 10-20. Sie können
übrigens auch beide Möglichkeiten kombinieren: Über die Eingabe 1,7,10-20 werden die erste, die siebte
Seite und die Seiten Zehn bis Zwanzig berücksichtigt.
Damit das PDF-Dokument später die
entsprechende Auflösung hat, können Sie noch die Komprimierung der Grafiken vorgeben. Hier gilt aber
prinzipiell: Besser ist es, die Grafiken mithilfe eines Grafikprogramms zuvor zu komprimieren und die
Grafiken dann durch die Auswahl „Verlustfreie Komprimierung“ zu übernehmen.
Soll das PDF als Druckvorstufen-Datei
generiert werden, so können Sie zusätzlich noch die Option „Grafikauflösung verringern“ aktivieren. Bei der
Wahl der Druckvorstufe gelten erfahrungsgemäß folgende Werte: soll die PDF ausschließlich fürs Internet
aufbereitet werden, dann den Wert 75 DPI markieren, für den Ausdruck auf einem Tintenstrahl- oder
Laserdrucker 600 und 1.200 DPI.
Hinweis
Soll die PDF-Datei in eine Druckerei gegeben werden, so demarkieren Sie die
Option „Grafikauflösung verringern“ und markieren Sie die Option „Verlustfreie Komprimierung“. So wird die
Grafikauflösung nicht verringert. Wichtig hierbei aber ist, dass die Grafiken – unabhängig von OpenOffice.org
oder StarOffice – mit 2.400 dpi vorliegen.
Klicken Sie jetzt auf die Schaltfläche „Exportieren“
-- die PDF-Datei wird erstellt.
Tipp
Schneller können Sie das Dokument auch über das Symbol „direktes Exportieren als PDF“ exportieren. Für den
Exportvorgang werden dabei immer alle Seiten des Dokuments berücksichtigt. Als Auflösung werden immer die
Werte verwendet, die Sie beim letzten Aufruf des Dialogfensters „PDF Optionen“ vorgegeben haben.
OpenOffice
Die fertige Version 2.0 steht kurz vor der Vollendung. Im
Herbst, genauer Anfang Oktober, soll es endlich soweit sein. Wer möchte, kann schon jetzt einen Blick auf die
neuen Funktionen werfen und die Beta-Version testen. Laut OpenOffice.org-Entwicklern soll sich die spätere
Final-Version von OpenOffice.org 2 nicht von der jetzigen Beta-Version unterscheiden. Das letzte Testen der
Beta-Version dient nur noch dazu, kleinere Fehler oder Unstimmigkeiten zu beseitigen.
Größte Probleme sind nun beseitigt
So wurden bei der zweiten Beta-Version die bekannten Probleme beseitigt. Beispielsweise gibt es nun keine
überraschenden Abstürze des Datenbankmoduls "Base" mehr. Weitere Bugs, die mit der neuen Beta-Version
beseitigt worden sind: Auch Powerpoint-Präsentationsdateien und ältere StarOffice-Präsentationen werden nun
korrekt importiert.
Kleinere Probleme eventuell noch vorhanden
Ein paar versteckte und derzeit noch unbekannte Fehler wird die Beta-Version aber eventuell noch haben. In der
Regel ist dies bei diesem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium aber nur noch Inkompatibilität zu anderen
Programmen bzw. Individuellen Betriebssystemeinstellungen seitens der Nutzer.
OpenOffice.org Basic Programmierbeispiel
MyObjInspektor ist eine dialogbasierende kleine Applikation,
welche die eingebauten Möglichkeiten der Debug-Methoden nutzt und zu einem speziellen Objekt jeweils die
Eigenschaften, Methoden und unterstützten Interfaces auflistet. Diese Applikation hilft Ihnen während der
Programmentwicklung, die Zusammenhänge des Programms zu verstehen und weitere Möglichkeiten zu finden, die an
Sie gesetzte Aufgabenstellungen umzusetzen.
Sinn des MyObjInspektors
Die Entwicklung und Strukturierung von OpenOffice.org Basic-Programmen (Makros) ist immer dann
kompliziert, wenn Sie mit den jeweiligen Objekten der Applikationen arbeiten möchten – und das ist wohl in der
Mehrzahl der Anwendungen der Fall.
Zwar sind alle Objekte, ihre Methoden und die Möglichkeiten in der API Dokumentation beschrieben und
vorhanden, diese zu lesen und entsprechende Funktionen zu finden ist jedoch nicht immer einfach. Oft wäre es
schöner, sich die Möglichkeiten direkt während der Programmierung anzeigen zu lassen.
Nun trägt nahezu jedes Objekt genau diese Informationen in sich und OpenOffice.org und StarOffice bieten
durchaus eingebaute Debug-Methoden, um diese auszulesen. Doch ist dies oft nicht hilfreich oder unvollständig,
so dass es gut ist, eine Applikation – den MyObjInspektor – zu entwickeln, welche die eingebauten Methoden
nutzt, die Informationen für Sie hilfreich aufbereitet und übersichtlich anzeigt.
Vorüberlegungen
Wenn Sie in OpenOffice.org Basic Makros programmieren, so
verwenden Sie sicherlich sinnvollerweise die eingebaute IDE. Diese ist zwar ideal geeignet zum Schreiben und
Testen der Programme, verfügt aber leider nicht über einen Objektbaum, über Autovervollständigungsmodule oder
ähnliches.
Daher müssen Sie also schon exakt wissen, was Sie benötigen, wie Sie die Objekte finden, welche Eigenschaften
diese besitzen und welche Methoden oder Interfaces von diesen unterstützt werden. Natürlich – alle diese
Informationen finden Sie in der Dokumentation der API (Bestandteil des OOo SDKs), aber die Suche dort ist oft
mühsam und zeitaufwendig!
Wenn Sie aber Makros schreiben möchten, die mit den OpenOffice.org-Modulen, den Dokumenten und den dort
eingebetteten Inhalten interagieren – und das ist wohl die Mehrzahl der Anwendungen - , benötigen Sie die
UNO-Objekte und deren Möglichkeiten. Dafür gibt es eine Hilfe: Fast alle Objekte unterstützen vordefinierte
Debug-Methoden und und geben so auf Anfrage preis, welche Eigenschaften diese haben, welche Methoden anwendbar
sind und welche Interfaces (Services) von ihnen unterstützt werden.
dbg_properties
'Eigenschaften des Objektes
dbg_methods
'die Methoden des Objektes
dbg_supportedInterfaces
'Liste der Interfaces, welche das Objekt unterstützt
Die einfachste Variante für Sie, die benötigten Informationen zu
erhalten, wäre also der direkte Aufruf der Debug-Methoden im Entwicklungsstadium. Zurückgegeben wird ein
String (einfacher Text) welcher die Ergebnisse hintereinander auflistet.
So können zum Beispiel die Eigenschaften einer Zelle in einem OOo Calc-Dokument sehr einfach angezeigt werden.
msgbox oZelle.dbg_properties
Die Variable oZelle beinhaltet hierbei das
Objekt der gesuchten Zelle (muss natürlich vorher zugewiesen werden!). Die Ausgabe würde dann wie folgt
aussehen:
Die Ausgabe ist unten abgeschnitten, es fehlen noch etwa zwei
Drittel der Informationen. Hier können Sie aber sofort sehen, wo die Schwierigkeiten liegen: Es gibt (in der
Regel) einfach zu viel Informationen und sie sind nicht gut aufbereitet. Oft reicht das Fenster weit über den
Bildschirm hinaus. Dann ist ein Teil der Informationen überhaupt nicht sichtbar – und somit auch nicht
zugänglich.
So wie
dbg_properties arbeiten natürlich auch dbg_methods
und dbg_supportedInterfaces, aber, so hilfreich die
Debug-Methoden auch sind, die Anwendung in dieser Art ist nicht perfekt. Aber, man kann natürlich diese
Ausgaben nutzen und entsprechend aufbereiten – und das soll mithilfe des MyObjInspektors geschehen.
- Die einzelnen Schritte: