|
| |
Druckversion -
DasErste.de - [plusminus -
Drei, zwei, eins... doch nicht
meins (28.03.2009)


|
Drei, zwei, eins... doch
nicht meins
Wie Abzocker Ebay-Kunden
hereinlegen
SR, Dienstag, 28. März 2009
 |
Drei... zwei... eins -
doch nicht meins?
Internet-Auktionen haben
ihre Tücken |
Drei, zwei, eins – doch
nicht meins
Verkäufe und
Versteigerungen per
Internet haben enorme
Wachstumsraten. Und
grundsätzlich ist der Kauf
und Verkauf per Netz
natürlich eine
hervorragende Sache, weil
man nirgendwo sonst so
schnell eine Übersicht über
Preise und Angebote
bekommt.
Aber Vorsicht: Der riesige
Markt zieht auch immer mehr
schwarze Schafe an, die nur
Ihr Bestes wollen: Ihr
Geld!
Der Internethandel boomt
Würden sie auf der Straße
einem wildfremden Menschen
1000 Euro in die Hand
drücken, nur weil er
verspricht, er käme morgen
mit einem Laptop wieder?
Wahrscheinlich nicht. In
Internet ist das aber
Alltag. Wenn Schnäppchen
locken, scheint bei manchem
der Verstand auszusetzen.
Und so wundern sich Kunden
des Internet-Auktionshauses
ebay immer häufiger, dass
die ersteigerte Ware eine
Fälschung ist oder gleich
gar nicht geliefert wird.
Andere wiederum stellen
plötzlich fest, dass sie
angeblich etwas angeboten
haben sollen, von dem sie
gar nichts wissen - wie
Ralf L. aus Berlin. Seit
Wochen machen ihm
ebay-Kunden die Hölle heiß.
Sie sagen, sie hätten
Computer und Bildschirme
bei ihm bestellt und
bezahlt, aber nicht
geliefert bekommen.
Ralf L. muss sich so
einiges anhören:
"Die wollen entweder ihr
Geld zurück haben. Oder die
wollen die Notebooks haben
oder sie bedrohen mich,
dass sie bei mir vorbei
kommen wollen und sich das
Zeug selber abholen."
Immer wieder muss Ralf L.
ebay und den betrogenen
Kunden erklären, dass seine
Identität von Unbekannten
missbraucht wurde.
Die Masche
Durch eine scheinbar von
ebay stammende E-Mail war
Ralf L. auf eine perfekt
gefälschte Anmeldeseite
gelockt worden. Und dort
passierte ihm ein
folgenreicher Fehler, wie
er heute weiß:
"Da hab' ich mich dann
mit meinem Passwort und
meinem Benutzerkennwort
eingeloggt. Und da drin war
dann auf einmal wieder
alles in Ordnung…"
Dachte er. War es aber
nicht. Fast 25.000 Euro
wollen ebay-Kunden von ihm
zurückhaben, weil seine
Daten "abgefischt" und
missbraucht wurden.
Innerhalb von zwei Tagen
wurden über sein Konto mehr
als 40 hochwertige
Notebooks und
Flachbildschirme verkauft.
Gegen Vorkasse.
Die meisten Geschädigten
haben Ralf L. angezeigt.
Was sagt ebay dazu?
Dass ebay seine
Provisionsforderung
inzwischen von 1158 auf 319
Euro reduziert hat, ist da
nur ein schwacher Trost.
Bei der Europazentrale in
Berlin möchte man sich zu
diesem und anderen
konkreten Fällen nicht
äußern. Allgemein stellt
Maike Fuest von ebay fest:
"Insgesamt können wir
allerdings sagen, dass -
gemessen an der Gesamtzahl
der Transaktionen, die bei
ebay stattfinden - sich
tatsächlich betrügerische
Aktivitäten wirklich im
Promillebereich abspielen."
Markus B.: Organisierte
Kriminalität bei ebay
Markus B. hält diese
Angaben für geschönt. Der
ebay-Experte beobachtet die
Szene seit Monaten. Allein
im Sicherheitsforum werden
nach seinen Angaben täglich
bis zu 300 neue
betrügerische Auktionen
gemeldet. Für ihn steht
fest:
"Es sind sicherlich
viele Einzeltäter dabei. Es
ist aber klar erkennbar,
dass organisierte
Kriminalität stattfindet.
Es gibt organisierte
Gruppen, die jeden Tag
mehrfach gefakte Auktionen
stellen, um Geld zu
kassieren."
Einzeltäter oder Banden?
Aus Angst vor diesen
Gruppen möchte Markus B.
nicht mit richtigem Namen
genannt werden. Er kenne
allein in Berlin vier gut
organisierte Banden, die
seit Monaten betrügerischen
Geschäfte abwickeln, sagt
er uns. Für die sei es ein
Kinderspiel, vollkommen
anonym Geld im Voraus zu
kassieren - für hochwertige
Waren, die sie niemals
liefern:
"Es ist zwar nicht so,
dass jeder Betrüger mit 'ner
halben Million nach Hause
geht. Manche werden eben
vorher entdeckt. Manche
sind schlichtweg auch zu
dusselig, es besser
durchzuführen. Aber es gibt
welche, wenn die nicht
gestoppt werden, die
schaffen es, an einem
Wochenende mehrere 100.000
Euro umzusetzen."
Die Aufklärungsquote bei
den Hintermännern sei
praktisch Null. Die Täter
nutzten gerne die
Anonymität von
Internetcafés für ihre
Angebote - und die
Bankkonten hätten sie
längst abgeräumt, bevor die
Polizei ihnen überhaupt auf
die Spur kommen könne,
erzählt Markus B. weiter:
"Man kann ein Konto mit
gefälschten
Personalpapieren eröffnen.
Man kann sich aber auch
irgendeinen nehmen, der
seinen Ausweis dazu zur
Verfügung stellt, dieses
Konto bei der Bank zu
eröffnen. Der kriegt noch
nicht mal die Kreditkarte
zum Schluss in die Hand,
sondern 50 Euro und setzt
sich vielleicht den
nächsten Schuss oder ist
sowieso mittelos."
Die Sicherheitslücke
Das Internet-Auktionshaus
scheint immer häufiger zum
Betrug genutzt zu werden,
bestätigen uns auch
Experten der Polizei, wie
Oberkriminalrat Michael
Schultz vom
Landeskriminalamt Berlin:
"Grundsätzlich kann man
sagen, dass wir im letzen
Jahr eine erhebliche
Steigerung des
Warenbetruges haben: Um die
40 Prozent und darüber; und
wir führen einen Großteil
dieser Steigerung auf die
ebay-Betrügereien zurück.
Die Schadenshöhen sind
derzeit nicht genau
feststellbar, fest messbar,
aber es gibt durchaus
mehrere Fälle, in denen die
Schadenshöhen sechstellige
Bereiche erreichen."
ebay will sicherer
werden
Selbständige
Sicherheitsexperten wie
Christian Kunze sehen dafür
auch bei ebay eine
Mitschuld. Das
Anmeldeverfahren und die
Transaktionen ließen sich
mit kleinen Generatoren für
sogenannte
Einmal-Passwörter ohne
großen Aufwand wesentlich
sicherer machen. Für den
EDV-Sicherheitsexperten
Christian Kunze steht fest:
Die sind sehr kostengünstig
verfügbar und sind vom User
auch sehr einfach zu
bedienen, und da muss man
also nur bei jeder
Transaktion oder beim Login
eine Nummer - eine sechs
bis siebenstellige Nummer -
angeben, die dort angezeigt
wird.
Der Haken: Wenn das
Verfahren zum Anmelden und
Kaufen zu kompliziert wird,
schreckt das viele Nutzer
ab. Gegenüber [plusminus
gibt der Konzern
Sicherheitslücken zu und
kündigt an, den Handel auf
der Plattform in Zukunft
sicherer machen zu wollen.
Erste Reaktionen der
Auktionsplattform
Bisher baut das
Auktionshaus auf ein
einfaches und kostenloses
Verfahren, das für die
Nutzer aber Risiken birgt.
Einmal-Passwörter, sagt man
uns, seien eine
Möglichkeit, die Sicherheit
zu verbessern. Maike Fuest
von ebay dazu:
"Das ist ein Bereich, an
dem wir auch arbeiten, den
wir uns angucken, den wir
auch sehr interessant
finden - und bei dem wir
uns auch sehr gut
vorstellen können, dass
wir, wenn wir hier
entsprechend auch die
Planungen oder auch die
Recherche abgeschlossen
haben, dass wir in diesem
Bereich auch aktiv werden."
Doch jeder Kunde muss auch
selbst aufpassen. Delia A.
wartet noch heute auf ihre
neue Couchgarnitur. Das
Angebot war traumhaft. Der
Verkäufer hatte nur gute
Bewertungen. Trotzdem ist
er jetzt angeblich
insolvent und das Geld weg.
Fazit
Damit der Kauf auf dem
ebay-Marktplatz ungetrübt
bleibt, sollten Sie
folgende Tipps beachten:
 | Wählen sie ein
sicheres Passwort:
Um bei ebay handeln zu
können, muss jeder Nutzer
einen Mitgliedsnamen und
ein Passwort wählen, das
den "Schlüssel" zum
Mitgliedskonto darstellt.
Um das eigene
Mitgliedskonto vor dem
Zugriff Dritter zu
schützen, ist die Wahl
eines sicheren Passworts
von großer Bedeutung.
Ideal ist eine Länge von
mindestens acht Zeichen,
am besten eine Kombination
aus Buchstaben, Zahlen und
Sonderzeichen. Der eigene
Name, Begriffe aus
Wörterbüchern oder solche,
die einen engen Bezug zur
eigenen Person haben,
sollten nicht verwendet
werden, weil sie zu leicht
zu "knacken" sind. Gute
Passwörter sind
Kombinationen, die auch
Personen aus ihrem
nähreren Umfeld nicht
erraten können, wie zum
Beispiel:
"Ksie3!SoSumtrX".
ebay unterstützt die Wahl
eines sicheren Passworts
mit einer
Passwort-Sicherheitsprüfung,
die anzeigt, wie sicher
ein gewähltes Passwort
ist.
|
 | Seien Sie
misstrauisch und wählen
Sie eine sichere
Zahlungsmethode!
Seien sie besonders
vorsichtig, wenn Waren zu
einem Festpreis angeboten
werden, der "zu schön ist,
um wahr zu sein". Vor
allem hochwertige und
teure Ware sollte nie
gegen Vorkasse erworben
werden. Wählen sie eine
sichere Zahlungsmethode.
Der Online-Zahlungsservice
"PayPal" sichert den Kauf
eines Artikels
beispielsweise bis zu
einem Wert von 500 Euro
ab. Dieser Schutz greift,
wenn die Ware nicht beim
Käufer ankommt oder
eindeutig von der
Artikelbeschreibung
abweicht.
|
 | Noch sicherer ist der
ebay-Treuhandservice.
Hier zahlt der Käufer den
Betrag zunächst auf ein
treuhänderisch verwaltetes
Konto ein. Erst wenn die
Ware einwandfrei beim
Käufer angekommen ist,
wird das Geld an den
Verkäufer weitergeleitet.
|
 | Keine
Bargeld-Transferservices
nutzen:
Bargeldtransfer-Services
wie zum Beispiel Western
Union sind eine schnelle
und einfache Methode, um
Menschen, die einem
persönlich bekannt sind,
über Landesgrenzen hinweg
Geld zuzusenden. Für
Transaktionen mit
Unbekannten ist ein
Bargeldtransfer-Service
jedoch nicht geeignet. So
ist höchste Vorsicht
geboten, wenn ein
Verkäufer auf einen
Bargeldtransfer-Service
als einziger
Zahlungsmethode besteht.
|
 | Bewertungsprofil
des Verkäufers prüfen:
Jedes ebay-Mitglied
besitzt ein
Bewertungsprofil, in dem
sämtliche positiven,
neutralen und negativen
Kommentare der früheren
Handelspartner verzeichnet
sind. Vor jedem Kauf
sollte das
Bewertungsprofil des
Verkäufers genau geprüft
werden. So lässt sich
schnell feststellen, ob
ein Verkäufer seine
bisherigen Transaktionen
zur Zufriedenheit seiner
Handelspartner abgewickelt
hat – oder eben nicht.
Beachten sie aber, dass
positive Bewertungen aus
der Vergangenheit keine
Garantie für die Zukunft
sein müssen. Auch solche
Konten können plötzlich
von Datendieben übernommen
und für betrügerische
Geschäfte missbraucht
werden.
|
 | Schützen sie sich
vor Datenklau etwa durch "Phising":
Klicken sie nie auf
irgendwelche Links in
E-Mails, die ihnen die
automatische Verbindung zu
Startseiten mit Login
anbieten!
Antworten sie nicht auf
E-Mails, die vermeintlich
von ebay kommen, aber nur
in ihrem normalen Postfach
- etwa GMX, Webmail,
T-Online – liegen!
Loggen sie sich direkt bei
ebay ein und überprüfen
sie immer, ob die Email in
ihrem dortigen ebay-
Nachrichtenkonto zu finden
ist.
Seriöse Unternehmen fragen
niemals per E-Mail nach
vertraulichen Daten!
|
 |
Dieser Text gibt den
Fernsehbeitrag vom
28.03.2009 wieder.
Eventuelle spätere
Veränderungen des
Sachverhaltes sind nicht
berücksichtigt.
|
| |
Digitale Nachlassverwalter
sind gefragt
Viele Menschen organisieren ihr Leben mittlerweile mithilfe von Facebook, eigene
Dateien im Internet, Fotoalben und vieles mehr.
Doch was passiert im Todesfall mit diesem und anderen Nutzerkonten bei
Fotoseiten, E-Maildiensten etc.? Der Online-Services,
krefeldercomputerclub.de und computerhelfer24.de haben das Problem
erkannt und bieten an, sich um den digitalen Nachlass zu kümmern.
Webseiten wie krefeldercomputerclub.de und computerhelfer24.de
versprechen den Nutzern, ihre Daten nach dem Tod zu verwalten, sie zu löschen
oder an Angehörige weiterzuleiten, die eine Vollmacht besitzen.
Ein Online-Vermächtnis kann man auf
krefeldercomputerclub.de und computerhelfer24.de
auch einrichten!
|