Geld und Wohlstand


 


Regel 2: Lassen Sie den Euro nicht in Cent davonlaufen

„Ich kann mir keine Extras leisten" oder „Fürs Sparen bleibt bei mir nichts übrig". Solche „Beschwerden" höre ich immer wieder von simplify-Geld-Le-sern. Fakt ist: Die Betroffenen könnten meistens sehr wohl, wenn sie diese Re­gel beherzigen würden.

Passiert Ihnen so etwas auch?

Aber da gibt es die Einkäufer, die bei je­dem Supermarkt-Besuch 3 Plastiktüten kaufen, obwohl sie zuhause Berge da­von haben. Oder die Autofahrer, die bei keinem Volltanken an den Schokorie­geln und den neuesten Zeitschriften vorbeikommen. Das summiert sich und am Ende des Jahres haben wir für sol­che „Kleinigkeiten" mehr ausgegeben, als wir durch den mühseligen Wechsel des Stromanbieters gespart haben. Ist das nicht absurd?

Achten Sie auf Ihre Geld-Gewohnheiten!

Tun Sie sich selbst den Gefallen und notieren Sie sich mal über einen Zeit­raum von l bis 2 Monaten alle ver­meintlich kleinen Ausgaben. Sie wer­den überrascht sein, was im Laufe der Zeit für (meist sinnlose) Spontankäufe zusammenkommt. Arbeiten Sie dann gezielt daran, die ärgerlichen Gewohn­heiten abzustellen, und sparen Sie die­ses Geld ganz bewusst! Sie werden se­hen: Ganz schnell ist Geld zum Sparen und für ein paar Extras da!

Regel 3: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!

„Der schreibt wie meine Mutter re­det", mögen Sie jetzt vielleicht mit ver­drehten Augen denken. Aber was soll ich Ihnen sagen? Ihre Mutter hatte ver­dammt Recht! Und das, obwohl Sie wahrscheinlich in einer Zeit aufge­wachsen ist, als die meisten Jobs und die Rente tatsächlich noch sicher wa­ren. Heute aber gilt mehr als jemals zu­vor das Prinzip „Eigenverantwortung". Die sozialen Netze sind nicht mehr so eng gestrickt wie noch vor 15 oder 20


Jahren. Und im Alter werden wir alle mehr oder weniger auf uns alleine ge­stellt sein.

Aktivieren Sie den 2-Schritte-Plan"

Kümmern Sie sich im l. Schritt um Ih­re Altersvorsorge. Bauen Sie ein Pols­ter auf, auf dem Sie später beruhigt und in finanziellem Wohlstand das Alter ge­nießen können. Und denken Sie im 2. Schritt an das Heute: Bauen Sie sich ein Finanzpolster auf, mit dem Sie Krisen auch ruhig einmal aussitzen können. Als Faustregel gilt: Wer 3 Nettogehäl­ter in der Hinterhand hat, den wirft so schnell (zumindest finanziell) nichts um.

Regel 4: Nur Bares ist Wahres

Wahrscheinlich haben sich in Deutsch­land niemals mehr Menschen als Milli­onäre gefühlt als auf dem Höhepunkt des Internetbooms vor einigen Jahren. Denn damals war es üblich, sich einen Teil seines Gehaltes in Unternehmens­aktien auszahlen zu lassen. Das Ende ist bekannt: Die Firmen gingen reihen­weise Pleite und die Aktienkurse in den Keller. Pech für die, die die erhoff­ten Millionen bereits angelegt hatten: In Immobilien, einem aufwändigen Le­bensstil oder (noch schlimmer) in Ak­tien. Geblieben sind von den Millio­nen-Träumen heute nur Schulden.

Geben Sie nur aus, was Sie haben!

Verplanen und „verbrauchen" l Sie immer nur „sicheres Geld", über das Sie bereits verfügen können. Denn Wohlstand und finan­zielle Sicherheit verträgt sich nicht mit Luftschlössern. Planen Sie keine riesi­gen Rückzahlungen vom Finanzamt ein, solange Sie nicht den Steuerbe­scheid in der Hand haben und sicher sind, dass auch alles anerkannt wurde, was Sie geltend gemacht haben. Und kaufen Sie nicht schon einen neuen Fernseher vom Weihnachtsgeld, wenn das vielleicht der schlechten wirt­schaftlichen Lage Ihres Arbeitgebers zum Opfer fallen könnte. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern die Realität Anno 2005!


Regel 5: Es ist viel zu teuer, geizig zu sein

Zugegeben, die Verlockung ist groß: Statt von einem richtigen Handwerks­betrieb ein neues Badezimmer einbau­en zu lassen, können Sie mit Schwarz­arbeit einige hundert Euro sparen. Aber wenn Sie andere nach ihren Er­fahrungen fragen, wissen Sie, warum Sie besser die Finger davon lassen: Letztlich kommt die Schwarzarbeit durch schlechte Qualität, notwendige Nachbesserungen oder im schlimms­ten Fall durch eine Anzeige viel teurer als es ein normaler Handwerker wohl jemals hätte sein können.

Es isi unklug, zu viel zu bezahlen; aber es ist noch viel Schlechter, zu wenig zu bezahlen. T>enn wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie ei— was Geld, das iSi alles, \filenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, ver­lieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zu— gedacMe Aufgabe nicM erfüllen kann.

John RtASkin (englischer Soztälre-former)

Qualität hat ihren Preis

Machen Sie sich das immer wieder klar, wenn es darum geht, Geld auszu­geben. Schnäppchen gibt es überall, aber nicht immer kaufen Sie für weni­ger Geld auch wirklich die gleiche Qua­lität. Vergleichen Sie immer, was Sie wirklich für Ihr Geld bekommen. Ge­nauso wichtig wie die Ware oder die Dienstleistung selbst sind Service, Kun­dendienst und eine gute Beratung. Es nützt Ihnen wenig, wenn Sie ein paar Euro sparen, sich dafür aber am Ende ärgern, wenn Sie durch schlechte Be­ratung einen Fehlkauf tätigen oder der Kundendienst aus einer teuren 0190-Nummer besteht, die dann auch noch nicht einmal zu erreichen ist.

Regel 6: Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit, Geld zu verdienen

„Aber ich brauche einen Job, um ge­nug Geld zu verdienen!" Das mag Ih­nen bei dieser Überschrift durch den Kopf gehen. Tatsache ist aber: Wer sich mit seinem Geld nur l oder 2 Stunden im Monat beschäftigt, der kann in die-


2   April 2005    simplify-Geld